Ich startete mein Sommercamp am Freitag, den 18.Juli von Frankfurt nach Okinawa und kam nach neunzehn Stunden Flug, am 19.07. um 22.30 Uhr in Nahe an, wo ich von Shihan empfangen wurde. Die anschließende Nacht war sehr kurz. Am Sonntagmorgen deckte ich mich im nächsten Supermarkt mit Verpflegung ein und 14.00 Uhr ging es zum ersten Training ins Budokan, einem mehrstöckigen Traininsgebäude. Um diese Jahreszeit ist es sehr warm in Japan und es herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, sodass wir eigentlich keine Erwärmung brauchten und der Schweiß den Gi nach kurzer Zeiten durchweicht hatte.

Am Montag trainierte ich mit Karatekas aus den USA, Brasilien, Spanien, Dänemark, Japan und der zahlenmäßig größten Gruppe aus Deutschland, die zu diesem Sommerlager angereist waren. Besonders beeindruckten mich die jungen Japaner, die aus den USA angereist waren. Sie erweisen Shihan eine hohe Achtung , sind sehr schnell in ihren Bewegungen und treten stets höflich und zuvorkommend auf. Nach dem Training folgte am Abend eine Willkommensparty, wo wir das japanische Essen und japanische Tänze kennenlernten.

Der darauf folgende Dienstag stand zur individuellen Gestaltung, weil der Budokan geschlossen war und so schauten wir uns Naha an. Eine Stadt in der es wie im Ameisenhaufen wimmelt, aber alles geht seinen geordneten Gang. Wir fuhren mit der Hochbahn, der Monotrail bis zum Kaiserpalast, der während der Besatzung durch die Amerikaner 1945 völlig zerstört wurde und nun im neuen Glanz erbaut ist. Die Amerikaner besetzten von Okinawa aus ganz Japan.

Am Mittwoch wurde der Lehrgang im Budokan fortgesetzt und auf dem Programm standen Übungen mit dem Bo und den Sai.

Es folgte dann am Donnerstag eine Busfahrt zur Insel Kouri, in deren Nähe Shihan geboren wurde. Hier gab es ein japanische Abendessen und übernachtet wurde in Gemeinschafträumen auf Bastmatten, eben typisch japanisch.

Für den kommenden Morgen gab es eine Überraschung, denn es folgte ein Training am Strand und dabei blieb es nicht. Auf Kommando ging es ab ins Wasser und wir liefen Katas , trainierten Tsukis (Fauststöße) und Mae-Geris (Fußtritte). Nun jeder hat vielleicht schon mal einen Fußtritt im Wasser gemacht, aber die Wenigsten hatten wohl dabei eine Gi-Hose an und dann kriegst du das Bein einfach nicht hoch. Trotzdem hatten wir Spaß und konnten uns anschließend im Meer erfrischen, bei Wassertemperaturen um die 25 Grad. Am Nachmittag fuhren wir zurück nach Naha und besuchten unterwegs ein Meeresaquarium. Ich war tief beeindruckt von diesem Aquarium und werde wohl diese Unterwasserwelt nicht vergessen, besonders mit dem Gedanken, was der Mensch den Weltmeeren und der Umwelt antut.

Für den Samstag setzte Shihan noch ein Abschiedstraining an und wir kamen noch einmal richtig ins Schwitzen bei Kumite-Übungen (Karate in Anwendung).

Beendet wurde unser Sommercamp am Sonntag mit einer Abschiedsparty in der Innenstadt von Naha und der Voraussage, dass es in drei Jahren wieder ein Camp geben wird, aber nicht in den Hitzemonaten Juli/August.

Für mich war dieses Sommercamp auf Okinawa eine lehrreiche, unvergessliche, durch viele Eindrücke geprägte Zeit, in der mich besonders die japanischen Menschen beeindruckt haben, die jederzeit hilfsbereit, freundlich und zuvorkommend auftraten.

Arigato (Danke)

Bernd Hansch

 

Den Bericht der Freien Presse gibt es hier.


 

Weitere Fotos findet ihr beim Oshiro Dojo Feldkirchen unter www.karate-dojo-feldkirchen.de.

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